HISTORY

The Swinghouse All Stars      1961 - 2011        50 Jahre "Jazz made in Karlsruhe"

Eine der ältesten Bands des traditionellen Jazz im süddeutschen Raum sind die Karlsruher „Swinghouse  All Stars“. 1961 gründeten Schüler aus Karlsruhe-Durlach eine Jazzband. Viele Jahre widmete man sich ganz dem Dixieland und spielte im Stil der Bands um Eddie Condon.
 
    

Ende der achtziger Jahre begann eine neue Ära. Stilrichtung und Besetzung wurden geändert. Die Band hatte sich ganz dem Swing der 30er und 40er Jahre verschrieben. Mit den Highlights aus dem „Great American Songbook“ wurde ein interessantes Konzertprogramm erarbeitet. In  den  fünf  Jahrzehnten der  Bandgeschichte  gab  es viele  Begegnungen  und  gemeinsame  Konzerte mit europäischen  und  amerikanischen  Jazzstars.  Wild  Bill  Davison,  Billy Mitchell,  Tom  Saunders,  Danny Moss, Rod  Mason, Oscar Klein und Helena Paul  traten mit  der Band auf.  Etliche  Gastspiele führten  die  Gruppe ins  europäische  Ausland: In Holland, Spanien, Griechenland  und in der Schweiz warb die Band für den Jazz „Made in Karlsruhe“. In den neunziger Jahren besuchten die  Swinghouse All Stars mehrmals  New Orleans und traten dort in verschiedenen Clubs mit einheimischen Musikern auf.

 Th. Wagner - C. Dawson - H.-P. Schucker - L. Huppertsberg - P. Paquette
 
Die Presse schreibt: "Nicht nur, dass sie ein Stück älterer, manchmal schon vergessener Jazzmusik wieder bunt und voller Leben entstehen lassen, sie tun dies auch mit einem sprühenden Feuerwerk an Witz, Spaß und Spiellaune. Was bei ihnen rüberkommt ist außer einer humorgespickten lebenslustigen Musik auch eine Art Lebensgefühl, das sich schwer beschreiben, aber um so deutlicher fühlen lässt."

   


          

                             Vom Washhouse zum Swinghouse   

                                                      50 Jahre Jazz aus Karlsruhe

                                Die Erfolgsstory einer Karlsruher Jazzband (1961 – 2011)
        
 
Die Schulband in den sechziger Jahren
 
Im Jahr 1961 gründeten Schüler der Friedrichschule in Karlsruhe-Durlach „Mama’s Washhouse Stompers“. Der Name bezog sich auf eine Waschküche, in der jahrelang geprobt wurde. Man „jazzte“ vor allem zum eigenen Vergnügen. Der erste öffentliche Auftritt für die Mama’s, wie sie liebevoll genannt wurden, war 1963 in der Moninger Gaststätte an der Hauptpost in Karlsruhe. Weitere folgten z.B. im Karlsruher Jazz Club „C 54“, bei verschiedenen Festen und 1967 auf der Karlsruher Bundesgartenschau. Bis 1968 blieb die ehemalige Schülerband zusammen.
 
                                                                             
 
 Mama’s Washhouse Stompers als Bestandteil der Karlsruher Kulturszene 
 
 
Die zweite Phase begann 1968 in neuer Besetzung. Zunächst probte man eifrig einmal die Woche in der Durlacher Festhalle. Das erste Engagement fand im damaligen Karlsruher Jazz Club „Werkstatt 68“ in der Lessingstr. 70 statt. Weitere Auftritte folgten. So spielte die Band bei der Mittwochsparty im Studio Karlsruhe des SDR in der Kriegstraße, beim 1. Oldtime Jazz Meeting in Biel (Schweiz) und beim jährlich stattfindenden Karlsruher Jazz Meeting (1969 –1971) in der Stadthalle. Diese Konzerte wurden anschließend im SDR und SWR ausgestrahlt.
 
     

1971 wurde der neue Probenraum in der Karlsruher Waldstadt eingeweiht. Ein Jahr später spielten die Stompers für die „Liberale Wähleriniative Köln“ in Bonn im Bahnhof Rolandseck. Die Rattles, Ulrich Roski, Schobert & Black, Henning Venske, Katja Ebstein und Hannes Wader waren bei der „Liberalen Fete“ mit dabei. Karl-Hermann Flach, damaliger Generalsekretär der FDP, fand gefallen an der Band und setzte sich zusammen mit Außenminister Walter Scheel spontan ans Schlagzeug, um den Takt anzugeben. So war denn auch in der nächsten Ausgabe des „Stern“ bei „Prominenten in den Mund geschoben“ zu lesen. „ ...aber den Rhythmus und das Tempo bestimmt die FDP“. Nach dem Wahlsieg lud Karl-Hermann Flach die Band zu seiner Wahlkreisparty nach Steinbach im Taunus ein. Ob er sich wohl als Schlagzeuger bei den Mama’s bewerben wollte? Schrieb er doch in der Einladung: ...“und ich werde mich wieder als Schlagzeuger um exakte Konturen bemühen“.  

   Meissner cl - Trüb g - Grub tp - Schucker dr - Stolz b - Clev tb - 1969
 
1972 kam die erste LP heraus, um den musikalischen Stand zu dokumentieren. Mittlerweile war die Band in Karlsruhe so populär, dass fast kein Fest ohne die Stompers stattfand. Die Badischen Neuesten Nachrichtern schrieben damals in einem Artikel: „Ehemalige Schülerband heute eine der beliebtesten Jazzformationen Süddeutschlands“. Der SDR engagierte sie oft für Live-Sendungen und die Stadt Ettlingen nahm sie als Maskottchen mit nach Groningen (Holland) zur internationalen Vorentscheidung bei „Spiel ohne Grenzen“. Zurück in Karlsruhe traten die Stompers im Konzerthaus auf bei „Ein Platz an der Sonne“ (ARD Fernsehlotterie) zusammen mit Peter Horton, Helga Feddersen, Dunja Rajter, Mike Krüger, Hoffmann & Hoffmann, Schobert & Black u.a.
 
1976 folgte dann die zweite LP: “I’ve Found A New Baby“ und in der Festhalle in Karlsruhe-Durlach wurde der 15. Geburtstag zusammen mit der Band von Rod Mason aus Großbritannien gefeiert. Ein weiterer Höhepunkt waren 1978 drei Konzerte mit dem amerikanischen Trompeter Wild Bill Davison. Die Washhouse Stompers kannten ihn von zahlreichen Aufnahmen, die er mit Musikern aus Chicago und New York gemacht hatte und freuten sich sehr, mit ihm zu spielen, hatte er doch Jazzgeschichte geschrieben.  Er war in  den fünfziger Jahren  einer der wichtigsten Trompeter des „Chicago-Stils“,einer „weißen“  Stilrichtung innerhalb des Dixieland-Jazz. Selbstverständlich stand bei seiner Ankunft die richtige Whiskysorte parat. Die Auftritte im Karlsruher Jazz Club, im Badischen Staatstheater und im legendären Pforzheimer Jazzkeller in der Rudolfstraße wurden ein großer Erfolg. 
 
 
Die Washhouse Stompers
 
Ende der siebziger Jahre nannte sich die Band dann nur noch Washhouse Stompers. Als im Januar 1980 der traditionelle Neujahrsempfang der Stuttgarter Landesregierung zum ersten Mal nicht im Stuttgarter Schloss, sondern in der Karlsruher Schwarzwaldhalle stattfand, durften die Washhouse Stompers natürlich nicht fehlen. An Fasching traf man sich viele Jahre nach dem Karlsruher Umzug im Wirtshaus am Bahnhof in Hagsfeld und schwofte zu Dixieklängen der Stompers. Außerdem spielte die Band regelmäßig in Richards Bahnhof bei der Reihe „Jazz am Freitagabend“, die Hans-Peter Schucker zusammen mit dem Wirt, Richard Baier, ins Leben gerufen hatte. Auch alle neuen Bürger der Stadt Karlsruhe wurden bei der Jungbürgerfeier von den Washhouse Stompers musikalisch begrüßt und in ihr weiteres Leben entlassen. Ob sie sich für diese Art Musik auch in Zukunft begeistern würden, konnte nicht festgestellt werden. Jedenfalls wurde die Band lange Zeit bei diesem Fest engagiert.
 
Anfang der achtziger Jahre, das letzte Gründungsmitglied und zwei weitere langjährige Mitglieder hatten die Band verlassen, gab es eine weitere Zäsur. Ab diesem Zeitpunkt spielten bei den "Stompers" neben Schlagzeuger und Bandmanager Hans-Peter Schucker noch der Karlsruher Klarinettist Bernd Meissner. Die weiteren Mitmusiker kamen aus Heidelberg und Stuttgart. 1983 flog die Gruppe auf die Kanarischen Inseln und trat dort für zwei Wochen im Club Aldiana auf. Ein Jahr später ging’s für den gleichen Club auf die Insel Kreta. Mitte der achtziger Jahre war die Band öfter in Baden-Baden zu hören. Sie trat beim Stadtfest auf , bei Feiern im neuen Schloss, im Golf Club, bei Frieder Burda und in den Steigenberger Hotels.
 
Rechtzeitig zum 25 jährigen Jubiläum 1986 erschien dann beim britischen Label „Black Lion“ die dritte LP der Washhouse Stompers: „There’ll Be Some Changes Made“ mit Trompeter Andy Lawrence. Andy hatte der Band noch einmal neue „Flügel“ verliehen, denn sie spielte in dieser Besetzung mit enormen Drive. Der 25. Geburtstag der Washhouse Stompers wurde zunächst im August mit allen ehemaligen Mitgliedern der Band bei der Turnerschaft Durlach auf der Hub gefeiert und im September des gleichen Jahres veranstalteten die „Stompers“ zu ihrem Geburtstag noch einen Jazzbandball im Kühlen Krug zusammen mit Trompeter Rod Mason und einer weiteren Band aus Stuttgart. 1988 spielte die Gruppe zum letzten Mal auf der Landesgartenschau in Ettlingen. Die zwei letzten festen Mitglieder der Washhouse Stompers aus der Besetzung von 1969 gingen ab diesem Zeitpunkt getrennte Wege.   
 
 

 The Swinghouse All Stars 

 
Vom Washhouse zum Swinghouse  Die neunziger Jahre mit der All Star Band
 
1988 begann eine neue Ära. Schlagzeuger Hans-Peter Schucker änderte Namen, Konzept und Besetzung. Bald hieß die Gruppe „Washhouse All Stars“ und Mitte der neunziger Jahre „Swinghouse All Stars“. Die Band hatte sich jetzt ganz dem Swing der 30er und 40er Jahre verschrieben. 1991 feierten sie in der Karlsburg in Karlsruhe-Durlach das 30-jährige Jubiläum. Gleichzeitig erschien die erste CD: „Jazz Classics“ mit Trompeter Colin Dawson, Posaunist Alexander Katz, Klarinettist Charly Höllering, Pianist Thilo Wagner, Bassist Wolfgang Mörike und Schlagzeuger Hans-Peter Schucker.
 
In den folgenden Jahren traten die All Stars immer wieder mit Gästen im Sandkorntheater, in der Badisch Bühn’ oder in der Durlacher Karlsburg auf. Oscar Klein, der frühere Trompeter der Dutch Swing College Band, Trompeter Tom Saunders aus Kalifornien, der New Yorker Tenorsaxophonisten Billy Mitchell und der englische Tenorsaxophonist Sir Danny Moss wurden begleitet. 1996 und 1999 besuchten die All Stars mit einer großen Anzahl von Fans New Orleans und gaben dort mehrere Konzerte. 1996 produzierte die Band in den Bauer Studios Ludwigsburg ihre nächste CD: Swing That Music, die im Septett mit dem Saxophonisten der SWR-Bigband Pierre Paquette aufgenommen wurde. 1999 startete dann die erste „Durlacher Jazz-Night“ in der Orgelfabrik, bei der die All Stars etliche Jahre mit großem Erfolg auftraten.
 
                                          Auch im neuen Jahrtausend bleibt die Band auf Kurs
 
Im Jahr 2000 traf sich die Band im Tonstudio von Winnie Leyh zu Aufnahmen mit dem Tenorsaxophonisten Sir Danny Moss und dem Bassisten Günter Lenz, der in den sechziger Jahren im Albert Mangeldorff Quintett spielte und zu den wichtigsten europäischen Bassisten jener Zeit zählt. Im gleichen Jahr begegneten wir der schwarzen Sängerin Helena Paul aus London, die ich für das Karlsruher Ludwigsplatzfest und weitere Konzerte engagierte. Bekannt wurde Helena durch ihre Zu- sammenarbeit mit Phil Collins, Peter Gabriel, Fischer Z, Wet Wet Wet, Edo Zanki, Xavier Naidoo, und Masterboy. Bei der Offerta in den Karlsruher Messehallen waren wir einige Jahre live im Baden Radio zu hören und Tenosaxophonist Sir Danny Moss trat nochmals mit uns bei einer Matinee im Landratsamt auf. Auch Joschka Fischer wurde von uns im Konzerthaus musikalisch begrüßt. 2002 fand ein Konzert in der Reihe: „Kunst Kultur Karstadt" anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Band in Karlsruhe statt. An Weihnachten und zur Jahreswende 2002/03 war unsere Musik dann im "Mount Lavinia" in Colombo, Sri Lanka gefragt.
 
In den Jahren danach gastierten wir im renommierten "Jazz Tone" Lörrach, im Kloster Reuthin in Wildberg, beim Jazz-Sommer in Bad Liebenzell, im Waiblinger Bürgerzentrum, beim Karlsruher Stadtfest, der Karlsruher Museumsnacht und in den Jazz Clubs von Aidlingen, Köngen, Ludwigsburg, Stuttgart, Weinstadt, Pforzheim, Landau und live beim SWR 3 Fernsehen in Baden-Baden. Nicht unerwähnt bleiben darf das Durlacher Domizil der Band: die Traube. Dort treten die All Stars seit 1976 regelmäßig auf. Sowohl die Musiker als auch das Publikum lieben die dortige Atmosphäre.

Mit dem plötzlichen Tod unseres Klarinettisten Charly Höllering im Mai 2009 verloren wir einen außergewöhnlichen Jazz-Musiker. Er war der bedeutenste Swing-Klarinettist in Deutschland. Über 20 Jahre gehörte er der Band an.

Heute spielen bei den Swinghouse All Stars Musiker wie Colin Dawson tp, Pierre Paquette cl, as, Stephan Holstein cl,as, Rainer Heute ts oder Axel Schlosser tp. Die Bläser sind teilweise Solisten aus den Bigbands vom Südwestrundfunk und Hessischen Rundfunk. In der Rhythmusgruppe spielen neben Schlagzeuger und Bandleader Hans-Peter Schucker  die Bassistin Lindy Huppertsberg sowie Thilo Wagner, einer der profiliertesten europäischen Swingpianisten. 

 


Kontakt: H.-P. Schucker  -  peschus@gmx.net  -  Tel. 0721 - 88 69 67
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                   

 

 

    

      

        

        

       

                                                

                                    

                                                     

                                                                                       

             

                                       

 

 

                

                      

                         

                                

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

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